„Die germanischen Brandgräber in der Demminer Region“
am 28.10.2026 um 19.00 Uhr in der Hanse-Bibliothek
Vorgestellt werden einige Gräberfelder aus der Eisen- oder Germanenzeit in der Demminer Region. Die Eisenzeit lässt sich in MV untergliedern in:
- Vorrömische Eisenzeit von ca. 600 v. Chr. bis 0
- Römische Kaiserzeit von 0 – 375
- Völkerwanderungszeit von 375 bis zum 7. Jahrhundert (Beginn der Einwanderung slawischer Stämme)
Vorherrschende Bestattungsart war die Brandbestattung. Die Brandasche, der Leichenbrand und einige Beigaben wurden in eine Urne (Urnengrab) oder in eine einfache Grube gegeben (Brandgrubengrab). In der Vorrömischen Eisenzeit dominiert das Urnengrab mit Steinschutz, in der Römischen Kaiserzeit die Brandgrube, Urnengräber waren zu dieser Zeit selten.
In der Demminer Region wurden bisher folgende Gräber gefunden:
- Vorrömische Eisenzeit: 380 Gräber an 28 Orten
- Römische Kaiserzeit: 65 Gräber an 13 Orten
- Völkerwanderungszeit: 15 Gräber an 3 Orten
Die Gräberfelder lagen vorrangig auf Terrassen und an den Flanken leichter sandiger Erhebungen, oft in Sichtweite des Siedlungsplatzes, jedoch nie in der Mitte des Ortes. Die Toten wurden ausschließlich verbrannt und in irdenen Gefäßen oder organischen Behältnissen in einer Tiefe von 30 – 60 cm beigesetzt.
Die Brandgräber wurden vorrangig beim Abbau von Kiesen und Sanden, beim Bau von Wohngebäuden und Straßen, bei der Verlegung unterirdischer Leitungen und beim Tiefpflügen entdeckt und im Rahmen von Notbergungen untersucht. Gefäße, Gefäßteile und Beigaben wurden geborgen und den zuständigen Museen in Demmin, Grimmen, Stralsund und Stettin übergeben.
Eintritt: 3,00€ (Karten sind in der Hanse-Bibliothek erhältlich)
Zu dem Vortrag wird gleichzeitig eine gleichnamige Broschüre zum Verkauf angeboten. Diese enthält zwei Lagepläne mit der Darstellung der Gräber und Siedlungen während der Vorrömischen Eisenzeit und der Römischen Kaiserzeit.